Kürzungen müssen verhindert werden
Berlin, 1.12.2008. Empörung und Enttäuschung beim Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Noch immer müssen die Krankenhäuser anscheinend darum bangen, wenigstens die ursprünglich im Entwurf für die Reform der Krankenhausfinanzierung enthaltenen Mittel in Höhe von rund 1,6 Mrd. Euro tatsächlich zu bekommen. Mit massiver Einflussnahme auf die Politik haben es die Krankenkassen offenbar geschafft, dass nun eine Reihe von Änderungsanträgen vorliegt, die nur ein Ziel haben: Die vorgesehen Mittel für die Kliniken wieder einzukassieren. Dazu gehören die Kürzung der Mittel für die anteilige Finanzierung der Tariferhöhungen und die Finanzierung von Mehrleistungen zu nur 35 Prozent, wie es z.B. auch Dr. Leber vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen auf dem 31. Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf gefordert hat.
„Angesichts der enormen Arbeitsverdichtung und Belastung der Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern mutet eine solche Auffassung schon sehr grotesk an. Ein 100prozentiger Arbeits- und Materialeinsatz für Mehrleistungen in Krankenhäusern soll mit 35 Prozent entlohnt werden? Offensichtlich ist der 25. September 2008 an den Krankenkassen und der Politik vorbei gegangen. Auch Herr Dr. Leber wird zum Beispiel ein über den Plan produziertes Auto nicht für 35 Prozent erwerben können“, erklärte Peter Asché, Pressesprecher des VKD.
„Wir können nur hoffen, dass solchen Vorschlägen kein Erfolg beschieden ist“, so Asché, der auch Geschäftsführer des Klinikums der Stadt Ludwigshafen ist. „In den Krankenhäusern ist die Frustration bereits sehr groß. Weitere Aktionen wie die Großdemonstration Ende September in Berlin, Unterschriftensammlungen oder die Aktive Mittagspause der Klinikmitarbeiter sind nicht ausgeschlossen, wenn die Politik die prekäre Situation der Krankenhäuser ignoriert.“
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